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Fragment 26

Fragment 26 – Blaupausen „Was soll das, verdammt nochmal? Ich habe keine Zeit für diesen Unfug!“ Schnellen Schrittes ging Mavis neben der fluchenden Heqet die Flure der Barrafranca entlang und versuchte, durch ihre Kraftausdrücke zu ihr durchzudringen. „Liebling, wenn du mich einmal ausreden lassen würdest, dann könnte ich dir …“ Abrupt blieb sie stehen und funkelte ihn an. „Was? Was könntest du mir dann? Na?“ „Jetzt hör doch mal zu, ich …“ „Du kannst mich mal! Das kannst du. Und zwar gewaltig.“ Sie setzte ihren Gang fort und Mavis trabte hinterher. Es war nicht einfach mit ihr, das wusste er, doch in letzter Zeit benahm sie sich immer ungehobelter, war mürrisch und halsstarrig. Wäre er nicht ihr Lebenspartner, hätte er es sicher leichter gehabt. Manchmal schien es ihm sogar, als würde sie bei ihm erst recht keine Rücksicht nehmen. „Die Arbeit ist wichtig, Heqet und wir brauchen jemanden, der die Sache beaufsichtigt.“ „Pah!“ Der Weg führte sie zum Aufzug, vor dem sie stehen bleiben mussten. Ihre Hand schlug mehrmals auf das Sensorfeld. „Hör mal, wenn du dich bereit erklärst, die Konstruktionsphase zu begleiten, dann wird dir das Kommando über eine der Ernteplattformen zugestanden werden.“ „Über welche denn? Vielleicht Hod? Oder Yesod? Die Dinger die irgendwo platziert werden, in der Hoffnung, dass sie überhaupt irgendetwas ernten?“ Die Aufzugstür öffnete sich und beide traten hinein. Bevor Mavis an das Sensorfeld herankam, hatte sie bereits das Piktogramm für die Konferenzebene betätigt. „Ich rede hier von der Netzach“, antwortete er schließlich und beobachtete sie. Ihr Blick traf ihn und er erkannte, dass Sie damit nicht gerechnet hatte. „Dein Ernst? Die Netzach?“ „Die Netzach!“ „Das wir das Prestigeobjekt schlechthin. Die größte Auslastung aufgrund der hohen Salzdichte im Toten Meer. Die geologischen Reporte schwärmen geradezu von den Möglichkeiten. Und du glaubst wirklich, dass Taisod diese Chance einer kleinen, aufmüpfigen Dalash wie mir überlassen wird? Träum weiter, du Idiot!“ Erneut öffneten sich die Türen des Aufzugs. Das Display der Sensorplattform zeigte an, dass Sie sich nunmehr auf der Konferenzebene befanden. „Du wirst es ja gleich selbst hören, wenn wir an der Besprechung teilnehmen. Aber du solltest dich in Gegenwart vom Mazan lieber zurückhaltender äußern, wenn du dir die Chance auf die Netzach nicht verspielen willst.“ „Ach, verschone mich doch mit deinem albernen Getue. Der Mazan kocht auch nur mit Wasser und ich sehe nicht, dass er mich tatsächlich auf der Netzach haben will. Er ist doch nur ein …“ Weiter kam Sie nicht, denn kurz vor dem Konferenzraum begegneten sie dem Mazan persönlich, der Heqet mit neugierigem Blick musterte. „Was bin ich nur, Dalash Heqet Shifrin?“ „M … Mazan?!“ „Na super“, kommentierte Mavis ächzend. „Sie sind ja nicht gerade zu überhören, Dalash. Dass Sie ein loses Mundwerk haben, ist mir ja nun auch schon seit längerem bekannt. Wenn Ihnen aber die Aussicht auf eine solche Chance dargeboten wird, wundert es mich, dass Sie das einfach so beiseite wischen wollen.“ „Nein, so ist das nicht, mein Mazan. Ich dachte nur, dass …“ „Ja?“ Hilfesuchend sah sie sich nach Mavis um, doch er konnte ihr nur ein Schulterzucken zuwerfen. „Verdammt! Mazan, ich kann nicht glauben, dass Sie mir die Netzach anvertrauen wollen. Ich bin Soldat und keine Schichteinteilerin, oder was immer Sie da benötigen.“ Taisod sah sie mit ernstem Blick an. „Seit wann ist der offizielle Gruß eines Vorgesetzten eigentlich – Verdammt! Mazan?“ Mavis konnte sehen, wie Ihr die Schamesröte ins Gesicht stieg. Das kam selten vor und insgeheim genoss er es sogar ein wenig. Der Mazan kam einen Schritt näher. „Hören Sie zu, Dalash. Was ich brauche, ist jemand, der sich durchsetzen und seinen Trupp zu Höchstleistungen anspornen kann. Der Bau der Ernteplattformen wird voraussichtlich drei Jahre in Anspruch nehmen, ehe sie vollkommen einsatzbereit sind. Wenn man dann noch die schwerfällige Bürokratie der Erde in Betracht zieht, werden daraus wohl eher vier Jahre. Wir müssen also das Beste aus der Situation machen und ich habe leider niemanden, auf den ich Sie mit einem Gewehr im Anschlag hetzen kann. Also reißen Sie sich zusammen und stellen sich der neuen Herausforderung. Tauschen Sie ihr Gewehr gegen die Blaupausen der Ernteplattformen und machen Sie diese zu ihrer Braut!“ Taisod hielt kurz inne. Offenbar merkte er erst jetzt, dass er einem alten Soldatenklischee aufgesessen war. „Meinetwegen auch zu ihrem Mann, oder was auch immer. Auf jeden Fall verlange ich von Ihnen mehr Disziplin und Führungsstärke. Haben wir uns verstanden?“ „Ja, mein Mazan“, antwortete sie, ohne zu zögern. Mavis registrierte, dass Sie plötzlich stramm stand. „Sie werden mit der Angelegenheit sehr lange beschäftigt sein. Erwarten Sie nicht, dass Sie das hier schnell über die Bühne bringen können. Und dass Ihnen jemand in den nächsten Jahren anerkennend auf die Schulter klopfen wird, können Sie sich auch abschminken. Sie werden unbeachtet und im Stillen den Bau kontrollieren und absichern. Dafür sorgen, dass die richtigen Leute zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sind. Ich brauche ihren taktischen Verstand. Und um ehrlich zu sein, ziehen Sie mit ihrer schlechten Laune meine Mannschaft zu sehr in den Keller. Also stellen Sie sich dieser Herausforderung und sie bekommen das Kommando über die Netzach.“ „In vier Jahren?“ Wieder ein prüfender Blick von Taisod. „Wenn Sie sich zusammenreißen und Ihren Job unauffällig bewerkstelligen. Jetzt kommen Sie mit! Die Konferenz hat schon begonnen.“

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Fragment 25

Eine neue Stadt


Es war nicht gerade das, was Lee sich vor Jahren in der Feldforschung vorgestellt hatte, doch nach den vergangenen zwölf Monaten war dies genau das Richtige für sie. An diesem Ort.
Babel bot alle Möglichkeiten, die man sich nur wünschen konnte. Eine nahezu autarke Stadt im Weltall und dazu fast unbegrenzte finanzielle Möglichkeiten, da das Prestigeprojekt des Schiffbaus der interstellaren Union und allen Erdregierungen mit enormen Zuschüssen gefördert wurde. Sogar die Marsregierung hatte es sich nicht nehmen lassen, einen Teil der Kosten zu tragen. Zudem wurden die Bauarbeiten an der neuen Schiffswerft abgeschlossen, und dem Bau der ersten beiden Forschungsfregatten in den kommenden Monaten stand nichts mehr im Weg. Immer mehr Menschen kamen zum Arbeiten und Forschen nach Babel.
„Wenn ich noch etwas für Sie tun kann, Misses Thuis, lassen Sie es mich wissen.“ Der Mann lächelte Lee freundlich an, gerade waren sie mit ihrer Projektbesprechung fertig geworden.
„Bitte nennen Sie mich Lee, Dr. Summers.“ Dabei unterließ sie es aber, ihn darüber aufzuklären, dass sie nicht verheiratet war.
„Gerne, dann darf ich Sie aber auch bitten, mich Andrew zu nennen.“ Lee nickte und freute sich. Dr. Summers war der Leiter des großangelegten Forschungsprojekts zur Vermessung der kleinteiligen Weltraumtrümmerpopulation auf der Transitstrecke zwischen Erde und Mars.
Lee hatte das Projekt dank ihres entwickelten Lasermessverfahrens schon ein gutes Stück vorwärtsbringen können. Sollte es so weitergehen, würde die dabei genutzte Vektorpeilung in die Steuerungssoftware der Schiffe übernommen werden. Jedoch lag das noch in weiter Ferne. Die Bauzeit der Schiffe war auf acht Jahre kalkuliert worden und Lee glaubte, dass man dabei noch sehr optimistisch gewesen war. Sie hatte während ihrer Reise auf dem Unionsschiff gelegentlich einen Blick auf die verschiedenen technischen Errungenschaften erhaschen können. Auch wenn sie nicht so sprachbegabt wie Alia war, wusste sie, dass man nicht ohne weiteres Erd- und Unionstechnologie kombinieren würde können.
„Aber sicher, Andrew.“, sagte Lee. Es war für sie ein kleines Wunder, dass sie sich mit Summers alleine in einem Raum aufhalten konnte, ohne dass sie in Angstschweiß ausbrach. Dennoch presste sie ihre Aufzeichnungen mit verschränkten Armen vor ihren Oberkörper wie einen Schutzpanzer.
„Sie scheinen keinerlei Schwierigkeiten damit zu haben, im Weltall zu leben, Miss … ich meine Lee. Aber sicher sind Sie nach so vielen Jahren auf Ihrer Reise daran gewöhnt.“ Lee wusste den Versuch zu schätzen, dass er Small Talk mit ihr halten wollte. Sie war noch nicht lange auf Babel und hatte bisher nur wenig Kontakt mit ihren Kollegen. Andrew war ein sympathischer Mensch und durchaus attraktiv, wenn auch vielleicht mit fast zwei Metern Körpergröße etwas groß. Lee musste immer zu ihm hochschauen.
„Ja, auch wenn ich Ihnen gestehen muss, dass ich den Großteil nicht miterlebt habe. Die meiste Zeit habe ich mich in Stasis befunden.“
„Naja, jedenfalls solange, bis Sie ein feindliches Schiff lahmgelegt haben, wenn man der Presse glauben will. Ich muss Ihnen gestehen, dass ich Ihre Geschichte sehr aufmerksam verfolgt habe. Ein richtiges Abenteuer!“ Andrew schaute sie mit großen Augen an und wartete wohl darauf, dass sie begann von ihrem ‚Abenteuer‘ zu erzählen.
„Ja…es war…es war sehr aufregend.“ Es war die Hölle gewesen. Nichts würde Lee lieber tun, als diese Reise für immer zu vergessen. „Babel und meine neuen Aufgaben stehen dem aber in Überhaupt nichts nach. Ich meine, immerhin ist letzte Woche fast ein Labor in die Luft geflogen!“ Ihre Stimme war hoch geworden, wie früher, wenn sie etwas spannend oder interessant fand.
„Oh ja. Wenn Sie ein Problem mit Explosionen haben, sollten Sie sich besser von gewissen Kollegen fern halten. Mache haben wirklich ein Händchen dafür, die Sicherheitsvorkehrungen der Station auszutesten.“ Beide lachten über den kleinen Scherz und Lee war froh, dass Andrew den Wink mit dem Themenwechsel verstanden hatte.
„Ich möchte nicht in der Haut des Stationskommandanten stecken.“ Lee hatte den Commander und den Kommandostab bei ihrer Ankunft vor ein paar Wochen kennengelernt.
„Ich auch nicht“, wieder lachte ihr Projektleiter. „Wie steht es mit Ihnen Lee? Ich könnte eine Tasse Tee vertragen.“
Lee wurde schlagartig übel. Unvermittelt schossen ihr Erinnerungen in Ihre Gedanken, die sie lange Zeit erfolgreich verdrängt hatte. „Danke, aber ich trinke keinen Tee“ Sie presste die Unterlagen noch fester an ihren Körper.
„Ich bin mir sicher, dass es auch Kaffee gibt. Oder trinken Sie auch keinen Kaffee?“ Andrew musterte sie von oben bis unten, was Lee noch nervöser werden ließ. Unbewusst ging sie einen Schritt nach hinten, um den Abstand zwischen Ihnen zu vergrößern. Zwar fühlte sie sich einerseits von der Einladung geschmeichelt und ein Teil von Ihr wollte ihm unbedingt näher kommen, doch allein der Gedanke an Nähe und körperliche Anziehung verursachte ihr ein nahezu unbeschreibliches Unbehagen, dem sie sich in diesem Moment nicht entziehen konnte. Es machte sie wütend und traurig zugleich, denn sie wusste, dass dies im Grunde nichts mit dem Mann zu tun hatte, der ihr auf sehr freundliche Weise ein Date angeboten hatte.
„Doch…doch, sicher. Aber leider, habe ich jetzt keine Zeit mehr.“ Lee ging zielstrebig in Richtung Tür, achtete aber sehr genau darauf, Andrew nicht näher zu kommen. „Vielleicht in ein anderes Mal“
„Lee, bitte warten Sie. Ich wollte Ihnen nicht zu nahetreten.“ Er ging einen Schritt auf sie zu, was sie nun panisch werden ließ. „Geht es Ihnen gut?“
„Andrew, bitte bleiben Sie da stehen, wo Sie sind.“ Lee zwang sich, ruhiger zu atmen. „Ich danke Ihnen für die Einladung, aber wie ich bereits sagte, vielleicht ein anderes Mal“ Lee wartete seine Antwort nicht mehr ab und verließ schnellen Schrittes den Besprechungsraum. Kaum war sie um die nächste Ecke gebogen, blieb Lee stehen und starrte auf ihre zitternden Hände. Und zum ersten Mal stieg neben der Angst auch Hass auf den Mann auf, der dafür verantwortlich war und dessen Gesicht sie wohl nie wieder vergessen würde. Kardas.

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Fragment 24

Wadi el-Muluk

„Ich halte Ihre geplante Vorgehensweise für prekär, Doktor Scott.“
„Was stört Sie denn daran?“ Alia saß in ihrem Büro der Neu-Ägyptischen Antikenverwaltung und starrte auf den Holoprojektor.
„Um es offen zu sagen, alles.“ Die Frau am anderen Ende der Leistung richtete sich etwas auf, um ihrer Aussage mehr Wertigkeit zu verleihen.
„Sehen Sie, Doktor, Ihre Mutter war eine weltweit geschätzte und angesehene Politikerin. Sie selbst gelten ebenfalls als Pionierin der Wissenschaft, der Großteil des Landes schätzt Sie für Ihre Leistungen in Bezug auf die Voyager-Mission. Jetzt einen Prozess anzustreben, würde Sie in Misskredit bringen. Zumal Sie Ihren neuen Posten als Leiterin der Antikenverwaltung erst vor wenigen Wochen aufgenommen haben, verschärft dies die gesamte Angelegenheit noch mehr.“
„Ich verstehe“ Alia war klar, dass die Anwältin und Testamentsverwalterin Ihrer Mutter die Situation aus juristischer Sicht näherbringen wollte. Neutral betrachtet, hatte die Frau recht. Aber sie sah sich gerade nicht in der Lage, die Angelegenheit neutral zu betrachten. „Nichtsdestotrotz frage ich Sie erneut, wie die Chancen stehen, wenn ich gegen die Verfügung vorgehe.“
Die Anwältin atmete einmal tief ein und aus. „Ich fürchte, außer einem Medienrummel der einen negativen Verlauf für Sie nehmen wird, nicht viel.“ Sie schaute sich Unterlagen auf einem weiteren Monitor an. „Die einstweilige Verfügung Ihres Vaters ist klar und nicht interpretierbar. Selbst wenn Sie einen Eil-Antrag stellen, werden wir eine gerichtliche Entscheidung viel zu spät bekommen.“ Sie blickte ihre Mandantin an. „Außer hohen Kosten und der negativen Publicity werden Sie nichts erreichen, Doktor Scott.“
Alia nickte stumm. Die Anwältin hatte recht. Egal wie viele Eil-Klagen sie einreichen würde, es wäre nicht schnell genug, um an der Beerdigung ihrer Mutter teilzunehmen.
Vor zehn Tagen war sie ins Krankenhaus gekommen, nachdem sie bei einer Ausschusssitzung zusammengebrochen war. Vor 8 Tagen hatte man Alia über den kritischen Zustand ihrer Mutter informiert. Drei Schlaganfälle waren innerhalb weniger Stunden festgestellt worden und seitdem lang sie im Koma. Und auch wenn man alle Spezialisten zu Rate gezogen hatte, die verfügbar waren, konnten sie nichts mehr machen. Alia war ins Krankenhaus gefahren, doch man hatte sie nicht zu ihrer Mutter gelassen, auf Anweisung ihres Vaters. Vor 3 Tagen erhielt sie die Mitteilung über die Anwaltskanzlei ihrer Mutter, dass die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt wurden und Misses Scott verstorben war.
Heute war Alia eine gerichtliche Verfügung zugestellt worden, welche ihr verbot, ihr Elternhaus und das Familiengrundstück zu betreten, um die Trauerfeier zu besuchen.
„Sollten Sie dennoch darauf bestehen, werde ich selbstverständlich Klage einreichen und Sie entsprechend den testamentarischen Wünschen Ihrer Mutter folgend vertreten. Aber ich weise nochmals darauf hin, dass ich es für aussichtslos halte.“
Wieder nickte Alia. Die Frau hatte recht und Alia trug nicht nur für sich alleine die Verantwortung, sie musste an ihre Kinder denken. Und ganz sicher wollte sie nicht für eine aussichtslose Sache in den Schlagzeilen windiger Klatschblätter landen und dabei ihre Arbeitsstelle riskieren.
„Nein, in Anbetracht der Erfolgsaussichten werde ich von einer gerichtlichen Auseinandersetzung Abstand nehmen.“, erklärte sie. Doch die Verachtung für ihren Vater, der ihr das antat, stieg ins Maßlose.
„In Ordnung. Haben Sie noch Fragen zu den testamentarischen Verfügungen Ihrer Mutter?“
„Die Treuhandfonts ...“ Begann Alia, doch die Anwältin unterbrach sie freundlich.
„Die Fonts sind auf die Enkelkinder, Rhia und Ben, als auch auf Sie ausgestellt, Doktor. Sie können auf den für Sie bestimmten Font jederzeit zugreifen. Bei Antastung der Fonts Ihrer Kinder muss ich zustimmen, bis die Kinder 25 Jahre alt sind, danach können sie ebenfalls frei darüber verfügen.
„Das ist mir klar, aber ich zweifle an der Höhe der Fonts.“ Ihre arrogante Stimme war nicht zu überhören.
„Die Höhe ist korrekt berechnet. Wie festgelegt, hat die Erblasserin Ihnen die gesamten Barvermögen vermacht und Ihr Vater wurde mit den Immobilien bedacht. Haben Sie sonst noch Fragen?“
„Zur Zeit nicht. Bei Bedarf werde ich Sie kontaktieren“ Alia brauchte eine Pause. Ihre Mutter hatte ihr und den Kindern zusammen mehr als 25 Millionen Credits vermacht, eine unvorstellbar hohe Summe, selbst für ihre gehobenen Verhältnisse.
„Gerne Doktor Scott“ Auf Alias Holoprojektor erlosch das Bild. Sie starrte noch eine Weile an die Stelle, bevor das Klingeln ihres ComPorts sie aus den Gedanken riss.
„Doktor Scott, die Gleiter sind soweit. Wir können die Ausgrabungsstellen in Augenschein nehmen“ Es war ihre Assistentin, Mirelah. „Aber bitte bedenken Sie, dass wir zur Zeit Hochsommer haben und jetzt niemand arbeitet.“
„Das ist mir bewusst.“ Alia beendete das Gespräch ohne einen Abschied, suchte ihre Sachen zusammen, die sie benötigte, um die entsprechenden Begutachtungen aufzunehmen. Sie musste ihre Konzentration auf die neuen Aufgaben lenken. Mit nicht einmal vierzig Jahren bekleidete sie eines der höchsten Zivilämter, welches das Land zu vergeben hatte. Und dabei war es Alia egal, ob man ihr die Position nur angeboten hatte, um sie mundtot zu machen, sie zu ehren, oder was die Presse sonst meinte, darin hineingeheimnissen zu müssen. Sie konnte nach so vielen Jahren endlich ihrer Berufung nachgehen. Und seit 2 Tagen war die letzte Bindung an ihr altes Leben nicht mehr da. Und sie war nicht traurig, viel mehr befreit von einer nicht zu beschreibenden Last.
Mike hatte letztes Jahr die eigentlich für sie bestimmte Position bei der WSA übernommen und schien es nicht schlecht zu machen, auch wenn sie mit ihm, seit Genf keinen Kontakt mehr hatte. Ab und an laß sie etwas in der Zeitung über den „Weltraum-Abenteurer“. Es hatte sie beruhigt, dass die WSA die Aufgabe an ihn gab. Er hatte dafür das ruhige Wesen, das charmante Auftreten und das fachlich fundierte Wissen. Während sie noch über Mike nachdachte, war sie den Weg aus dem Büro-Komplex zu den Gleitern gegangen.
„Welche Ausgrabung möchten Sie zuerst sehen, Doktor?“ Ihre Assistentin schien nicht so gut vorbereitet, wie Alia es gerne gehabt hätte.
„Beginnen wir klassisch mit Wadi el-Muluk. Dann sehe ich weiter.“ Ein Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. Mehr als 18 Jahre nach ihrem letzten Besuch würde sie bald wieder durch die Grabanlagen laufen können.
„Also gut, dann ins Tal der Könige“

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Fragement 22

Ein neuer Posten

„Meinen Glückwunsch, Doktor Barnetti. Ab sofort sind Sie der Verbindungsmann zwischen der World Space Administration und der Union freier Planeten. Auf dass Ihr neuer Posten Sie in die unergründlichen Tiefen der Diplomatie einführt und sie jedes Riff galant umschiffen lässt.“ Juan Hofer hob sein Champagnerglas und alle Anwesenden folgten seinem Beispiel. Dass er mit seinem Doktortitel angesprochen wurde, empfand er etwas unangenehm, da er in der Regel keinen Wert auf die explizite Nennung des Titels legte, dennoch war Mike gerührt. Erst vor wenigen Tagen wurde er von Hofer gefragt, ob er sich dazu bereit erklären würde, die offene Position zu besetzen. Zuerst hatte sich Mike etwas zurückhaltend geäußert. Er wollte nicht konkret werden, ehe er sich sicher war. Immerhin schien es ihm, als hätte der Posten an Alia gehen sollen. Doch Hofer versicherte ihm, dass er, Mike, die erste Wahl der Union gewesen war.
Und nun stand er hier. Im Hauptquartier der WSA in Genf und wurde von Hofer, Taisod, den Regierungsvertretern der Erde und auch dem Marsverwalter gefeiert, als hätte er etwas Großartiges geleistet. Dabei brauchte er dafür nichts anderes machen, als die Ernennung anzunehmen.
„Vielen Dank, Herr Vorsitzender“, antwortete er pflichtschuldig. Er wünschte, Alia wäre hier gewesen. „Und meinen Dank auch an alle Anderen, die mir hiermit das Vertrauen ausgesprochen haben. Ich hoffe, mich auf dieser Position als würdig erweisen zu können und dazu beizutragen, dass die Kommunikation zwischen uns allen stets zu einem positiven Ergebnis führen wird.“ Auch er hob sein Glas und fragte sich wiederholt, warum Alia nicht diesen Posten bekommen hatte. Gerne hätte er mit ihr darüber gesprochen.
„Auf Ihr Wohl!“ hörte er von allen Seiten und stieß lächelnd nach und nach mit allen Anwesenden an.
Er leerte sein Glas und stellte es auf der Anrichte neben ihm ab. Der offizielle Teil war damit erledigt. Die Gäste verloren sich in allerlei Gesprächen, nachdem sie Mike die Hand schüttelten und sich dann diskutierend dem Buffet widmeten.
Eine Hand landete auf seiner Schulter, so dass er sich nach hinten umsah. Da stand Juan Hofer, der Vorsitzende der WSA und lächelte ihn gewinnbringend an.
„Nun gehen Sie den nächsten Schritt auf Ihrer Karriereleiter, Mike.“
Er lächelte verlegen. „Ja, wer hätte das noch vor ein paar Jahren gedacht?“ Er drehte sich nun vollends zu Hofer um. „Hätten Sie vor sieben Jahren geahnt, wie sich einmal alles verändern würde?“
„Ganz sicher nicht, Mike. Aber seien Sie versichert, dass es uns allen nicht anders erging. Als die Barrafranca in unser Sonnensystem eindrang, war die Aufregung groß. Der Mars hatte vorsichtshalber sämtliche Kommunikation abgebrochen, um nicht aufzufallen und wir …“, er lächelte in sich hinein, „… wir hatten die Hosen voll.“ Jetzt lachte er herzhaft. „Ein so großes Schiff, dass sich rasend schnell auf die Erde zubewegte. Das hat allen hier Angst gemacht.
Doch sehen Sie, wie wir uns jetzt verhalten. Heute sind Sie der Verbindungsmann zwischen uns allen geworden!“ Mit diesen Worten schlug er Mike freundschaftlich auf die Schulter.
„Ich bin wirklich glücklich, dass wir diesen Weg gehen. Und vor allem, dass uns die Union seinerzeit bei Proxima Centauri b gerettet hat.“
„Vor der Konföderation“, bestätigte Hofer.
„Ja. Sie können sich nicht vorstellen, was dieser Inquisitor für ein Psychopath war.“
„Vorstellen vielleicht schon. Ich habe ja die Berichte gelesen. Aber nachvollziehen eher nicht. Weswegen hat die Konföderation überhaupt einen solchen Mann an Bord?“
Mike sah ihn ernst an. „Mazan Taisod hatte es mir einmal erklärt. Obwohl die Schiffe der Konföderation von deren Prendal geführt werden …“
„Das ist sowas wie ein Captain?“
„Ja, ähnlich wie bei Taisod. Mazan ist ja auch der Titel und ist etwa gleichbedeutend mit Captain. Jedenfalls wird ein Konföderationsschiff in der Regel von einem Prendal geführt. Aber es gibt seit Jahren eine Art politischen Führer an Bord.“
„Und das ist der Inquisitor? Kardas?“
„Ja. Besser könnte das sicher Taisod erklären.“
Wie aufs Stichwort hatte der Mazan seinen Namen offenbar gehört und gesellte sich zu Mike und Juan Hofer.
„Mir war, als ob Sie eben über mich geredet haben. Kann ich behilflich sein?“, fragte er höflich.
Hofer bestätigte kurzerhand: „Wir hatten uns gerade gefragt, wie diese Konstellation mit Inquisitor und Prendal auf einem Konföderationsschiff zustande gekommen ist. Könnten sie mir das bitte kurz erläutern?“
„Aber natürlich“, antwortete Taisod und überlegte kurz, wie er eine kurze aber möglichst konkrete Antwort geben konnte. „Im Grunde ist das eine Art Führungsdreieck, das die Konföderation durchweg benutzt. Auf Raumschiffen besteht dieses Dreieck zum einen aus dem Prendal, das ist vergleichbar mit meinem Posten und bedeutet, dass derjenige der Kommandant des Schiffs ist. Vergleichbar mit dem irdischen Captain.
Dann gibt es den Cegat. Wenn Sie so wollen, der erste Offizier. Er ist für alle Aufgaben der Mannschaft zuständig. Vor allem für die Sicherheit. Bei uns erfüllt das einerseits mein Vertreter, Premazan Oris. Aber auch mein Sicherheitschef, Mavis, übernimmt Teile der Aufgaben, die bei der Konföderation in der Hand eines Cegat liegen.
Und der Dritte im Bunde ist der Inquisitor. Er hat keine militärische Befugnis, sondern soll dafür Sorge tragen, dass sich alle an Bord und auch alle, denen Sie begegnen, entsprechend der Richtlinien der Konföderation und der Dogmen der großen Inquisition benehmen und sich fügen. Diese Institution gibt es bereits seit über tausend Jahren und ist mithin ein Grund dafür, weswegen wir mit der Konföderation im Krieg stehen. Personen wie Kardas, der Inquisitor, dem Sie begegnet sind“, er deutete auf Mike, „steht jenseits jeder Gerichtsbarkeit. So etwas öffnet menschenverachtender Willkür Tür und Tor.“
„Umso glücklicher sind wir, dass uns die Barrafranca erreichte und kein Schiff der Konföderation“, meinte Hofer einen Moment später, nachdem sich zwischen den Dreien eine unangenehme Stille ausbreitete. „Und da wir gerade von Proxima Centauri b reden. Was können Sie denn dem Forschungsausschuss über diesen Planeten berichten? Ich meine, die Blockade und dieser ungeheure Säuregehalt in der Atmosphäre …“, er ließ die restlichen Worte unausgesprochen. Mike vermutete, dass er dies absichtlich tat, um den Mazan aus der Reserve zu locken.
„Verehrter Herr Hofer, genießen Sie doch jetzt bitte diesen Augenblick. Feiern Sie mit. Proxima Centauri b ist ein Thema, das wir auf das nächste Jahr verschieben können.“
Mike stimmte ihm zu. Ohne es zu wollen, waren seine Gedanken mit einem Mal wieder dort. An Bord der Voyager, als Arthur Jones starb.

S2-21sm

Fragment 21



„Es wird Zeit, dass Sie endlich anerkennen, dass der Mars nicht einfach nur ein weiterer Rohstofflieferant ist. Reicht es Ihnen denn nicht, dass die Streitigkeiten um den Mond vor sieben Jahren fast schon zum Krieg zwischen Ihren beiden Regierungen geführt hat?“ Jamaal ibn Gafur deutete mit seinen Händen auf Präsident Zettler von der Nordamerikanischen Union und Pucará Callao, die Staatspräsidentin des Inka-Territoriums. Er machte sich seinem Ärger Luft, denn ausgerechnet Zettler wollte immer wieder die Rechte der Marsregierung unter den Teppich kehren, wenn es um den Abbau der natürlichen Ressourcen des Mars ging.
Neben diesen drei Vertretern hatten auch noch die anderen Regierungschefs der Erde sowie Mazan Taisod und der Leiter seines diplomatischen Stabes, Atras Hydarnes, an der ersten SOL-Konferenz auf der Raumstation Babel teilgenommen.
Letzterer mischte sich in das Gespräch ein. „Aus unserer Sicht ist das absolut nachvollziehbar. Bitte denken Sie daran, dass Sie noch im letzten Jahr Befürchtungen uns gegenüber hatten, wir würden alleine durch unsere Präsenz die Führung über die Erde übernehmen wollen. Genauso ist der Marsregierung Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zu gewähren, wenn es um die eigenen Ressourcen geht.“
„Sie vergessen hier aber, dass der Mars Unmengen von Subventionen von der Erde erhält. Dafür erwarten wir eine entsprechende Gegenleistung. Abbaurechte sind da nur ein geringer Beitrag“, erklärte Zettler und erntete damit Zustimmung bei vielen Erdregierungen.
„Wollen Sie uns das wirklich vorhalten?“, fragte Jamaal ibn Gafur. „Vielleicht sollten wir für unsere Freunde von der Union nochmal aufschlüsseln, dass es zwar die Erde war, die den Mars besiedeln wollte, als das Unterfangen aber zu kostspielig wurde, wären fast sämtliche Versorgungsverbindungen gekappt worden. Nur der Druck der Öffentlichkeit hatte verhindert, dass der Mars zu einem Friedhof des ungeliebten Raumfahrtprogramms wurde, das Jahre zuvor noch feierlich bejubelt wurde, nachdem James Sheridan als erster Mensch einen Fuß auf den roten Planeten gesetzt hatte.“
„Das ist doch längst Geschichte“, polterte Zettler los. „Die Zeiten haben sich geändert. Wir akzeptieren, dass die Union in Freundschaft zu uns gekommen ist, dafür auch Interesse am Abbau von Rohstoffen hat. Diese Abgabe an Wertschöpfungsressourcen müssen wir wieder auffangen. Und da ist es natürlich, dass der Mars seinen Teil dazu beitragen muss.“
Jetzt beugte sich Mazan Taisod vor. „Entschuldigen Sie, Präsident Zettler, aber wir haben uns noch gar nicht geeinigt. Ist es da nicht etwas verfrüht, ihrem Nachbarn einen Teil der Rechnung übergeben zu wollen?“
Jamaal ibn Gafur knallte seine Faust auf den Tisch. „Da haben Sie es!“ Er zeigte mit einem Finger direkt auf Zettler. „Sie haben schon versucht, das Mondabkommen zu Ihren Gunsten zu umgehen und jetzt schieben Sie die Union vor, um an unsere Rohstoffe zu kommen. Aber da spielen wir nicht mit!“ Er ließ seine Hand wieder sinken.
„Gentlemen, bitte beruhigen Sie sich wieder“, James R. Young, Präsident der Australischen Union und aktueller Vorsitzender des Regierungsrates der Erde rief alle Beteiligten zur Ordnung. „Wir wissen alle, dass die Ereignisse rund um das Lunarabkommen fast zu einem schwerwiegenden Konflikt geführt hätte. Und wir sind uns einig, dass wir ein solches Desaster nicht noch einmal heraufbeschwören wollen. Wir sollten zudem anerkennen, dass der Mars eine eigenständige Verwaltung hat, deren Mitspracherecht in diesem Gremium gleichwertig anzusehen ist.“
„Reden Sie etwa von Unabhängigkeit von der Erde?“, verlangte Rashid al Farah zu wissen. Der Neu-Ägyptische Staatspräsident zog seine buschigen Augenbrauen zusammen.
„Zuerst einmal rede ich von Gleichberechtigung“, entgegnete Young. „Die sollte in unseren Gesprächen zwischen Erde, Mars und Union stets im Vordergrund stehen.“
„Ihre Gleichberechtigung geht aber auf Kosten der Erde.“ Es war unschwer zu erkennen, dass Zettler unzufrieden mit dem Verlauf des Gespräches war.
„Wenn ich vorschlagen dürfte, dass wir eine kurze Pause einlegen? Nur, um unsere Gedanken zu sortieren, damit wir anschließend wieder frisch die Tagesordnung abarbeiten können.“
„Botschafter Hydarnes, es ist verständlich, dass Sie gerne weiter in der Tagesordnung voranschreiten wollen. Ihre Punkte wurden ja auch noch nicht aufgerufen. Doch die Schürfrechte auf dem Mars …“, weiter kam Präsident Zettler nicht, da er von Jamaal ibn Gafur unterbrochen wurde.
„Hören Sie jetzt auf damit, Ihre eigenen Interessen immer wieder in den Vordergrund zu stellen. Ich erinnere Sie daran, dass wir seinerzeit die Kosten der halben Babel-Station übernommen haben, obwohl es sieben Erdregierungen und nur eine Marsverwaltung gibt.“
„In dieser Frage werden wir heute nicht weiter kommen“, erklärte Young und brach damit jede weitere Diskussion ab. „Wir folgen dem Vorschlag von Botschafter Hydarnes und vertagen unsere Konferenz auf morgen früh, acht Uhr Ortszeit.“ Der kleine Hammer des Vorsitzenden knallte auf das Holzplättchen. Jamaal ibn Gaur fühlte sich an alte Filme erinnert, in denen Richter in einem Gerichtssaal auf ähnliche Weise das letzte Wort hatten. Vermutlich war die Vertagung richtig, doch wusste er auch, dass es noch ein langer Weg werden würde, bis der Mars sich gegenüber der Erde als gleichberechtigt ansehen konnte.

S2-20sm

Fragment 20

Eine neue Aufgabe

„Aaliyah, ich bitte dich. Die Einrichtung des Labors kann ein paar Tage warten.“
Zarah folgte ihr durch alle Räume des Hauses und insgeheim wusste Alia, dass ihre ehemalige Gouvernante recht hatte. Es tat keine Not, ihr Forschungslabor innerhalb der nächsten Stunden einzurichten, aber sie wollte es.
„Du musst mehr schlafen Kind!“
„Sag das nicht mir, sondern denen, welche die Nacht zum Tag machen.“ Im Gegensatz zu den letzten Nächten lagen die beiden Babys zufrieden in ihren Sitzen und schliefen tief, während um sie herum das Chaos herrschte. Es störte die Kinder nicht, dass ständig Leute an ihnen vorbeiliefen, etwas mit einem Krachen abstellten oder Alias Computer unangenehme piepende Signale von sich gaben.
„Du hast immer dann am tiefsten geschlafen, wenn ich das Haus sauber gemacht habe“, erklärte Zarah und strich dem Mädchen vorsichtig über die Stirn. Daraufhin zeigte sich ein kleines Lächeln im Gesicht, aber das Kind wachte nicht auf.
„Das waren sicher die Ausdünstungen der Putzmittel“, war Alias sarkastische Antwort. Dafür erntete sie einen strafenden Blick der älteren Frau. „Ben und Rhia schlafen, nur eben nicht nachts. Ich hoffe, dass sich der Schlafrhythmus in nächster Zeit dem meinem anpasst.“ Sie ging zu ihren Kindern und sah sie an. „Und solange trage ich sie eben nachts durchs Haus, bis sie wieder schlafen.“
„Ich weiß noch, dass dein Vater dich nachts stundenlang durch die Bibliothek getragen hat, wenn du einen Alptraum hattest. Solange, bis du nicht mehr geweint hast und er fast im Stehen eingeschlafen ist.“ Zarah bemerkte in dem Moment, als sie es aussprach, wie sich Alias Gesichtsmuskeln anspannten.
„Wenn du es sagst … Ich kann mich nur daran erinnern, dass der General kaum zuhause war.“ Alia hielt in ihrer Bewegung inne und starrte einen Moment abwesend ins Nichts. Sie erinnerte sich daran, wie es war, wenn er die wenigen Tage im Jahr in Luxor war. Sie und ihr Bruder wurden von einem Empfang zum nächsten geschleift, wurden vorgeführt wie Zuchtkälber, aber an einen liebevollen Umgang ... daran konnte sie sich nicht erinnern.
„Du hast dich von niemandem anderen beruhigen lassen, nicht mal David…“
„Ich will weder über David noch über Vater sprechen!“, fiel ihr Alia so laut ins Wort, dass ihr Sohn aufwachte und anfing zu weinen. „Kleiner Stern...“, vorsichtig nahm sie das nur ein paar Wochen alte Baby aus dem Sitz in ihre Arme, „... nicht weinen.“ Doch der kleine Kerl dachte nicht daran, sich beruhigen zu lassen, als Alia mit ihm durch den Raum lief. Aus Leibeskräften schrie er so laut, wie er konnte, bis schließlich seine Schwester durch das Gebrüll wach wurde und auch zu weinen begann.
„Rhia … nicht du auch noch...“ Das Drama von letzter Nacht schien sich fortzusetzen und zum wiederholten Male stellte sie sich die Frage, woher die Kinder diese Energie nahmen. Alia streichelte ihrer Tochter liebevoll über die Wange und tatsächlich hörte sie auf zu weinen. Stattdessen starrte das Kind ihre Mutter mit großen Augen an. „Kleine Sonne, du musst deinem Bruder nicht immer alles nachmachen.“
„Sitt, wo sollen die Tische und der ganze nutzlose Kram hin?“ Zwei ihrer Angestellten trugen die Möbel ins Haus.
„Bringt es in den Keller in den großen Raum. Die Tische an die Wand, unter die Holo-Wand und die Server in den großen Schrank. Gewöhne dir solche unnützen Phrasen ab, Selim. Davon ist nichts nutzlos.“
„Schon gut, lass mich das machen.“ Zarah hatte ihr das Kind abgenommen, das immer noch lauthals schrie und ging mit ihm in einen anderen Raum. „Richte dein Labor ein. Es sind nur noch wenige Wochen, bis du deine neue Stelle antrittst.“ sagte sie etwas lauter, um Ben zu übertönen, der nicht sehr glücklich darüber war, dass man ihn in ein anderes Zimmer brachte.
„Ich kann es kaum erwarten.“ Alia strahlte über das gesamte Gesicht. „Auch wenn mir erst einmal eine Menge Papierkram bevorsteht.“ Sie war zu ihrer ehemaligen Gouvernante gegangen und nahm ihren Sohn wieder auf den Arm, der sich langsam beruhigte.
„Nun, als Leiterin der Antikenbehörde wird das nie abreißen. Aber wenigstens kannst du selbst noch etwas in die Feldforschung gehen, wenn du dich eingearbeitet hast.“ Zarah blieb stehen und schaute Alia durchdringend an.
„Nein, Zarah, nicht das Thema.“ Ihre Stimmung hatte sofort umgeschlagen und ihre Stimme klang wie ein Peitschenhieb.
„Aber Aliayah, die Kinder brauchen einen Vater und du einen Partner“, versuchte sie, das Thema aufzugreifen, welches jedes Mal im Streit endete.
„Für was? Dass er sie lautstark rügt, wenn sie keine Höchstleistungen in der Schule erzielen? Dass er sie in der größten Not mittellos aus dem Haus wirft? Das ich 50 Wochen im Jahr auf ihn warte?“ Alia drehte sich wütend um. „Nein, Zarah. Ich habe dir gesagt, dass ich mich auf den falschen Mann eingelassen habe. Er will Karriere machen, dabei stören ihn Kinder. Und ich auch.“ Sie ging zu Zarah und nahm ihr das schreiende Baby aus dem Arm.
„Du machst auch Karriere, Kind. Das ist kein Argument.“
„Doch, ist es! Und damit ist die Diskussion ein für alle Mal beendet, Zarah! Das ist mein Leben und ich entscheide, was für die Kinder und mich das Beste ist, hast du verstanden? Wenn es dir nicht passt, steht es dir frei, dir eine andere Stelle zu suchen.“ Damit drehte sich Alia mit Ben auf dem Arm wütend um, nahm den Tragesitz ihrer Tochter und verschwand in ihrem halbfertigen Labor.

S2-18sm

Fragment 18

Die Untersuchungskommission

Mike standen die Nackenhaare zu Berge. Vor Monaten hatte sich Arthur auf tragische Weise das Leben genommen. Schlimm genug, dass er einen Freund verloren hatte. Doch jetzt sollte diese ganze Geschichte nochmal aufgerollt werden. Es schauderte ihm bei dem Gedanken, das alles erneut durchzugehen.
„Michael Barnetti, bitte.“
Jetzt war es soweit. Er sollte aussagen. Mike schluckte einen Kloß herunter, strich sich seinen Anzug glatt und begab sich in den Anhörungsraum.
„Guten Morgen, Herr Barnetti. Bitte nehmen Sie Platz.“
Ein Stuhl stand für ihn bereit. Gegenüber dem breiten Tisch, an dem die drei Mitglieder der Untersuchungskommission saßen. In der Mitte saß eine akkurat gekleidete Mittvierzigerin. Hosenanzug, kurze Frisur, altmodische Brille, durchdringender Blick. Sie stellte sich ihm als Vorsitzende der Kommission vor. Frau Huber.
Links von ihr saß eine weitere Frau. Etwas älter als Frau Huber, aber nicht weniger aufmerksam. Das Haar war schon leicht angegraut, dafür länger. Frau Svensson.
Das dritte Kommissionsmitglied war ein Herr. Mike vermutete, dass er der älteste im Bunde war. Weißgraue Haare, Kinnbart, tiefe Falten im Gesicht. Er stellte sich selbst als Doktor Smith vor.
Mike folgte der Einladung und setzte sich.
„Sie wissen, weswegen Sie heute vorgeladen wurden?“, fragte Doktor Smith gleich darauf.
Mike bestätigte. „Die Kommission möchte Näheres zum Umstand des Todes meines Kollegen Arthur Jones in Erfahrung bringen.“
„Sehr richtig, Herr Barnetti.“
„Sind Sie bereit für die Befragung?“ Frau Svensson sah ihn fragend an.
„Selbstverständlich“, antwortete er. Dabei war ihm eigentlich gar nicht wohl.
„Dann lassen Sie uns damit beginnen, was Ihre Aussage zum Ereignis betrifft.“
Mike horchte auf. „Entschuldigung, sagten Sie Ereignis? Ist es das, was der Tod von Arthur Jones für Sie darstellt? Ein Ereignis?“
Die Vorsitzende mischte sich ein. „Bitte versuchen Sie, sachlich zu bleiben. Die Wortwahl mag für Sie unpassend erscheinen, aber für die Untersuchung ist es von Nöten, den Hergang so objektiv wie nur möglich zu betrachten. Aus diesem Grunde sprechen wir hier formal von einem Ereignis, auch wenn die Umstände des Todes von Arthur Jones emotional sicher tiefgreifend sind.“
Mike verengte die Lippen zu Schlitzen. Bürokratie. Emotionslose, formelle Bürokratie. Das war vermutlich das Schlimmste, was Arthur posthum widerfahren konnte.
„Zu Ihrer Aussage“, übernahm Frau Svensson wieder das Wort. „Das Protokoll der ersten Vernehmung lässt die Vermutung zu, dass sie Arthur Jones nicht davon abgehalten haben, den Alpha-Centauri-Erkundungs-Transporter oder kurz ACET, zu entwenden, und damit zuließen, dass er nicht nur sich, sondern die gesamte Mannschaft der Voyager in Gefahr brachte.
Ihrer Aussage zufolge öffnete er die Frachtluke der Voyageur, während Sie dabei waren, aus der Blockade des Planeten Proxima Centauri b zu entkommen. Laut der Aussage von Alexandra Scott, wurde zu diesem Zeitpunkt eine Ablenkungssonde gestartet. Ihnen hätte also bewusst sein müssen, dass Arthur Jones das gesamte Vorhaben zur Flucht aus der Blockade gefährdete. Warum haben Sie nicht interveniert? Schließlich sind Sie für die Handlungen ihrer Mannschaft verantwortlich.“
In Mikes Ohren klang das wie eine Anschuldigung. „Wir dachten zunächst, dass es eine Fehlfunktion im Verriegelungssystem des Frachtraums gab. Immerhin wurde die Voyager ja durch die Kollision mit einem der Satelliten beschädigt. Selbstverständlich hatten wir Sorge, dass Arthur in Gefahr schwebte. Allerdings hielten wir die Öffnung der Frachtluke zu diesem Zeitpunkt lediglich für eine Fehlfunktion.“
Die Vorsitzende sah ihn über ihren Brillenrand hinweg an. „Miss Thuis erklärte, Sie hätte Sie dazu aufgefordert, etwas zu unternehmen, um Arthur Jones zu helfen. Warum haben Sie sie ignoriert?“
„Ich habe sie nicht ignoriert!“. Das war nicht nur eine Anschuldigung. Mike fühlte sich mit einem Mal, als würde man Anklage gegen ihn erheben. „Wir haben in der Phase des Sondenstarts plötzlich den Dekompressionsalarm registriert. Natürlich machten wir uns Sorgen um Arthur, weil wir wussten, dass er im Frachtraum war. Doch noch ehe irgendjemand von uns reagieren konnte, überschlugen sich die Ereignisse. Die Sonde begann ihren Steigflug, die Satelliten richteten sich aus und plötzlich war unser Frachtraum offen. Ich wollte ihn fragen was passierte und da meldete er sich mit den Worten, dass es ihm leidtun würde … ‚lebt wohl‘ sagte er auf einmal …“, Mikes Kehle schnürte sich zu. Wieder war dieser schreckliche Moment da. Wieder spürte er diese Verzweiflung in sich. Die Verzweiflung, die damals auch aus Arthurs Stimme zu ihm drang.
„Sie hätten die Frachtluke wieder schließen können“, wandte Doktor Smith ein.
Mike sah ihn an. „Nein“, antwortete er daraufhin. „Das war nicht möglich. Ich meine, vielleicht hätte ich über meine Konsole die Steuerung der Frachtraumluke kontrollieren können.“
„Also geben Sie zu, dass Sie es versäumt haben, das Leben ihres Besatzungsmitglieds zu retten?“
„So ist das nicht gewesen“, widersprach Mike. Innerlich war er angewidert von der emotionslosen Analyse. Er schloss einen Moment lang die Augen. Es fiel ihm schwer, nicht emotional zu werden. „Die Situation war hektisch. Als wir unseren Fluchtversuch starteten und sich gleichzeitig die Frachtluke öffnete, hatten wir keine Zeit zum Überlegen. Ich habe Arthur gefragt, was passiert war, aber es ging alles so unglaublich schnell. Ich wollte den Start der Voyager stoppen. Ich wollte Arthur da raus holen, doch es war zu spät. Die Triebwerke starteten und in diesem Moment hatte Arthur bereits den ACET aus der Verankerung gelöst und gestartet. Wir konnten nur noch zusehen, wie er in sein Verderben flog.“
„Und Ihnen ist nicht in den Sinn gekommen, sich mit der Voyager schützend über dem ACET zu positionieren?“ Diesmal sah ihn die Vorsitzende der Kommission direkt an.
„Es hätte nicht funktioniert. Die Satelliten hätten uns bei einem solchen Manöver abgeschossen. Aber wir hatten vor, ihn einzuholen. Wir wollten ihn zurückholen und sein Leben retten. Doch dazu war keine Chance mehr.“
„Weil Sie nicht schnell genug gehandelt haben?“
Mike spürte wie in ihm Wut aufstieg. Er hatte Mühe, sich zusammenzureißen. „Wir haben so schnell gehandelt, wie es uns möglich war.“
„Aber Sie haben nicht gestoppt, als der ACET abgeschossen wurde. Sie hätten die Pflicht gehabt, Arthur Jones zu bergen. Warum haben Sie diese Pflicht vernachlässigt?“
„Weil ich andere Leben zu retten hatte!“ Seine flache Hand knallte auf den Tisch. Erschrocken sahen ihn die Mitglieder der Untersuchungskommission an.
„Zügeln Sie sich, Herr Barnetti, oder Sie erhalten eine schwere Verwarnung!“
Als ob ihn das interessiert hätte. Doch Mike besann sich und setzte mit leiserer Stimme fort: „Entschuldigen Sie bitte. Das Leben von Leandra Thuis, Alexandra Scott und mein eigenes standen dem gegenüber.“
„Das Fluchtmanöver wurde von Ihnen durchgeführt?“
„Nein. Das hatte Captain Scott übernommen. Ich begab mich zwischenzeitlich in den Frachtraum. Wir wollten ihn retten, doch als die Satelliten auf den ACET schossen, tat Alexandra Scott das einzig Richtige. Sie rettete unser aller Leben. Jede andere Handlung hätte nur dazu geführt, dass auch wir gestorben wären.“ Er spürte, wie Trauer in ihm emporstieg. „Er war mein Freund. Auch, wenn ich ihn öfters ärgerte, weil ich ihn Arjay nannte, obwohl ich wusste, dass ihn das ärgerte. Könnte ich es tun, würde ich jedes Wort davon zurücknehmen, wenn er dafür noch leben würde.“ Er wandte seinen Blick ab. Die Kommission sollte nicht sehen, wie ihm Tränen in die Augen stiegen. Er wischte sich übers Gesicht, atmete tief durch und richtete seinen Blick anschließend wieder nach vorn.
„Wir bedanken uns bei Ihnen, Herr Barnetti. Die Befragung ist hiermit für Sie beendet. Sie können jetzt gehen.“
„Gehen?“, er verstand nicht ganz. „Was passiert denn nun?“
„Wir werden weitere Ermittlungen anstellen und das Ereignis rekonstruieren. Der vorliegenden Sachlage zufolge sind Sie jedoch vom weiteren Verlauf dieser Untersuchung nur noch im geringen Maße betroffen.
Wobei eine Frage vielleicht doch noch bleibt.“
Mike horchte auf. „Ja, Frau Vorsitzende?“
„Können Sie uns sagen, wer diese Blockadesatelliten rund um Proxima Centauri b installiert hat?“
Mike schüttelte seinen Kopf. „Das kann ich nicht mit Gewissheit. Als wir seinerzeit von der Union gerettet und nach Hause gebracht wurden, hatten wir diese Frage dem Mazan des Schiffs gestellt. Er meinte, dass Proxima Centauri b das tragischste Opfer des Krieges war. Genaueren Fragen wich er jedoch immer aus.“
„Welcher Krieg?“, verlangte Doktor Smith zu erfahren.
„Es muss ein großer Krieg gewesen sein, wenn er dazu führte, dass ihm ein ganzer Planet zum Opfer fiel. Aber außer, dass sowohl die Union, als auch diese Konföderation darin verstrickt waren, ließen sich von Mazan Taisod keine weiteren Informationen dazu herausbekommen. Und letztlich waren wir einfach nur glücklich, dass wir diese Katastrophe überlebt haben.“
Frau Huber nickte ihm verständnisvoll zu. „Dann bedanken wir uns bei Ihnen, Herr Barnetti. Lassen Sie uns jetzt bitte allein. Auf Wiedersehen.“
„Auf Wiedersehen.“ Er deutete einen höflichen Gruß an, stand auf und verließ den Anhörungsraum. Auf dem Flur angekommen, atmete er tief durch. Diese Untersuchung hatte ihn aufgewühlt.
„Wer ist das, Mama?“, hörte er eine Jungenstimme fragen. Mike sah sich um und entdeckte eine Frau mit ihrem etwa neun Jahre alten Jungen.
„Helen?“
„Mike.“ Sie ging auf ihn zu, das Kind folgte ihr. „Mike, ich bin froh, dich zu sehen.“ Die Begrüßung war herzlich. Es beruhigte ihn ungemein, dass Sie ihm nie Vorwürfe gemacht hatte.
„Ist das Tim?“, fragte er anschließend und sah den Jungen an, der etwas schüchtern hinter seiner Mutter blieb.
„Ja, Mike.“ Sie bedeutete dem Jungen, näher zu kommen. „Tim, das ist Mike. Er war mit deinem Papa auf der Voyager.“
Der Junge kam näher und musterte ihn. Irgendwie fühlte sich Mike dabei nicht wohl.
„Hallo, Tim. Ich bin Mike, ein Freund deines Vaters.“ Er streckte dem Jungen die Hand entgegen.
„Warum bist du hier, aber mein Papa nicht?“
Mit einem Mal schnürte es ihm die Kehle zu. Wie konnte er dem Kind das Geschehene erklären?

Fragment 17

Fragment 17

Der erste Kontakt

„Sie sind neu hier, nicht wahr?“, meinte Kazuko Yamato, als er den jungen Mann ansah, der ihm im großen Ratssaal in Genf gegenüber stand.
Niko Dumont nickte nur. Seine Nervosität war kaum zu übersehen und doch schafften es die meisten Mitglieder der einzelnen Territorialregierungen, die an diesem Tag in Genf versammelt waren, ihn nicht wahrzunehmen. Er hoffte, nicht aufzufallen und doch hatte er die Aufmerksamkeit dieses einen Mannes erregt.
„Seien Sie versichert, dass das hier nicht immer so zugeht“, versuchte der Präsident der Vereinigten Asiatischen Staaten ihn zu beruhigen. Der Mann legte Niko seine Hand auf die Schulter und sprach in ruhigem Ton weiter. „Heute ist ein ganz besonderer Tag. Wir sind alle aufgeregt, glauben Sie mir. Sie hätten die anderen mal sehen sollen, als die erste Meldung vom Erscheinen dieses Raumschiffs eingetroffen ist. Blanke Panik stand in den Augen vieler.“ Er kicherte, was Niko etwas auflockerte. Yamato nahm seine Hand zurück und nickte Niko freundlich zu, ehe er weitersprach.
„Niemand konnte sich vorstellen, dass ein Raumschiff tatsächlich so schnell reisen konnte und als dann die erste Nachricht eintraf, dass die Barrafranca, also dieses Schiff, unsere Crew von der Voyager umgebracht hatte, da gingen alle Alarmsirenen los.“
„Ja, ich weiß. Es war einer meiner ersten Tage hier“, stammelte Niko nervös.
Yamato schmunzelte wieder. „Was für ein fatales Missverständnis. Hätte kurz darauf nicht Captain Scott die Nachricht korrigiert, hätten wir vermutlich dieses Schiff mit allem beschossen, was wir ihnen entgegenbringen konnten.
Glücklicherweise reagierte Captain Scott sehr schnell und aus umgebracht wurde mitgebracht.
Das war natürlich eine enorme Erleichterung. Was glauben Sie, wie Präsident Al Fahras gezuckt hat? Wahrscheinlich hatte er im Gedanken schon seine Raketensilos durchgezählt.“ Jetzt lachte Kazuko Yamato und steckte Niko damit an. Es war bekannt, dass Präsident Rashid Al Farahs ein Mann der Tat war. Niko konnte sich gut vorstellen, dass der Neu-Ägyptische Präsident tatsächlich einen Schlachtplan durchging, als er diese Nachricht hörte.
„Zum Glück ist es nicht soweit gekommen“, meinte Niko daraufhin. Er war erleichtert. Präsident Yamato hatte es geschafft ihm etwas von seiner Nervosität zu nehmen. Beide Männer standen abseits von den Anderen, die sich bereits auf die Ankunft der Delegation des fremden Raumschiffs vorbereiteten. Der Saal war festlich hergerichtet worden, alle trugen feinste Anzüge und Kleider. Ein großes Buffet wurde angerichtet und ein kleines Quartett von Streichern hatte sich bereit gemacht, den Abend mit sanfter Musik zu begleiten. Niko wusste, dass für diesen Empfang zwei Violinen, eine Viola und ein Violoncello ausgewählt wurden.
„Was wird wohl die Öffentlichkeit dazu sagen?“
„Hierzu?“, fragte Yamato mit aufgesetztem Erstaunen. „Hören Sie, junger Mann. Als die ersten Meldungen die Öffentlichkeit erreichten, dass ein fremdes Raumschiff die Erde ansteuerte, und obendrein die Voyager Crew mitbringen würde, da war die Freude bei allen Menschen unbeschreiblich. Es gab sicher einige Zweifler, doch den meisten war klar, was auch immer dieses Schiff für uns bedeuten mochte“, er machte eine kurze Pause, so als ob er sich die Bedeutung des nächsten Satzes selbst in Erinnerung rufen wollte, „Wir sehen unsere Leute von der Voyager wieder. Lebend!“
Niko war der Meinung, eine Träne in den Augen des Mannes zu erkennen.
„Naja“, murmelte er, entschied sich dann aber, nichts weiter zu sagen.
Diesmal nickte Yamato nur und rieb sich anschließend kurz die Augen. „Ja, Sie haben recht. Bis auf Arthur Jones. Sein Schicksal wird sicherlich Bestandteil unserer ersten Unterhaltung mit den Außerirdischen sein.“
Niko stutzte. „Außerirdische“, wiederholte er. „Das klingt nach Science Fiction.“
„Das klingt nach der Wahrheit“, entgegnete Yamato. „Auch wenn es Menschen sind, stammt die Mannschaft der Barrafranca nicht von der Erde ab. Also sind es Außerirdische.“
„Irgendwie hätte ich erwartet, dass sie anders aussehen. Also, eben keine Menschen sind.“
„Jetzt klingen Ihre Worte aber nach Science Fiction.“ Erneut lachte Yamato und diesmal fiel Niko mit ein.
Der Moment wurde jedoch jäh unterbrochen, als hinter Dumont ein Mann das Wort mit scharfen Ton an ihn richtete.
„Halten Sie den Präsidenten nicht von seinen Aufgaben ab, Mann!“
Erschrocken zuckte Niko zusammen und wandte sich um. Vor ihm stand nun Hermann Zettler. Präsident der Nordamerikanischen Union, welche die ehemaligen Gebiete der Vereinigten Staaten und Kanada in sich vereinten.
„Entschuldigung … ich“, weiter kam Niko nicht.
Rüde fiel ihm Zettler ins Wort. „Sie brauchen hier nicht auch noch meine Zeit zu vertrödeln. In wenigen Augenblicken trifft hier die Delegation ein. Gehen Sie also auf Ihren Posten und machen Sie Ihren verdammten Job. Haben Sie mich verstanden?“
Niko nickte und versuchte sich, schnell davon zu machen.
„Halt!“, rief ihm Zettler nach und bewirkte damit, dass Niko stehen blieb und sich noch einmal zu ihm wandte.
„Wie ist Ihr Name, Bursche?“
„Dumont, Sir. Niko Dumont.“
„Sind Sie etwa mit Jaqueline Dumont verwandt?“, wollte Zettler wissen. In seiner Stimme schwang Enttäuschung mit.
Niko nickte. „Ich bin ihr Sohn.“
Zettler winkte ab. „Ist mir egal, wer Sie sind. Sorgen Sie lieber dafür, dass man Sie hier nicht umsonst bezahlt.“
Mit diesen Worten wandte sich Zettler ab und nahm Präsident Yamato mit sich. Niko sah den Asiaten noch kurz an und dessen Blick gab ihm zu verstehen, dass er sich den rauen Ton nicht zu Herzen nehmen sollte.
Als die Streicher anfingen, eine Melodie anzustimmen, Mozarts Quartett in G major, wussten alle, dass nun der Moment des ersten Kontakts zu Außerirdischen gekommen war. Niko korrigierte sich im Gedanken. Der erste Kontakt auf der Erde.
Er nahm seinen Platz ein und wartete. Eine ganze Reihe von Angestellten, Assistenten, Dienern und Gästen standen nun direkt hinter den Spalier stehenden Soldaten in Galauniform, die einen Korridor für die Delegation der Barrafranca freihielten. Dahinter versammelten sich die Gäste und versuchten, so unaufgeregt zu wirken, wie es ihre eigene Neugier zuließ.
Dann plötzlich war es soweit. Blitzlichtgewitter und aufgeregte Stimmen auf dem Foyer des Gebäudes verrieten, dass die Delegation nunmehr eingetroffen war. Niko konnte von seiner Position nicht erkennen, wie viele Menschen von der Barrafranca angekommen waren, doch das sollte sich nur einen Moment später ändern.
Zuallererst schritt ein großer Mann den Korridor entlang. Gekleidet in einer prächtigen Uniform. Anschließend folgten die drei Besatzungsmitglieder der Voyager, was ein hörbares Aufatmen in der Menge des Saales verursachte. Niko blickte kurz zu den Anführern der Territorialregierungen der Erde und erkannte, dass auch sie einen leichten Ausdruck der Erleichterung erkennen ließen. Im Anschluss folge eine Gruppe von sechs weiteren Personen, welche ähnliche Uniformen wie der Erste trugen, nur weit weniger prunkvoll.
William Hephroh, der Eurasische Staatspräsident und aktueller Vorsitzender des Rates der Territorialregierungen trat einen Schritt vor, um die Gäste zu begrüßen.
„Willkommen auf der Erde“, empfang er die Delegation. „Wir reichen ihnen die Hände in Frieden.“ Um seine Worte zu unterstützen, zeigte Hephroh seine geöffneten Handflächen nach vorne. Niko wusste, dass diese Geste Vertrauen und Offenheit symbolisieren sollte, da sie bewies, dass man selbst keine Waffe in den Händen hielt.
Der prunkvoll uniformierte Mann tat ihm die Geste gleich und antwortete dann. „Wir danken für die Ehrerbietung und bringen Ihnen als Zeichen unserer Freundschaft Ihre Mannschaft unversehrt zurück.“
Die Menge klatschte und auch Niko tat es allen anderen gleich. Der Moment war aufwühlend und derart emotional, dass selbst die Streicher kurz innehielten. Alexandra Scott, Leandra Thuis und Michael Barnetti wurden geradezu gefeiert und von allen Mitgliedern des Territorialrates mit Handschlag und angemessen distanzierter Umarmung begrüßt.
Als sich die aufgewühlte Stimmung wieder beruhigt hatte, ergriff der prächtig uniformierte Mann das Wort.
„Im Namen der Union freier Planeten nehme ich Ihr friedliches Willkommen an und hoffe, dass wir uns in aller Freundschaft auf einer Ebene der Gleichberechtigung begegnen. Mein Name ist Mazan Taisod und auch ich reiche Ihnen meine Hand in Frieden.“
Erneut gab es einen großen Applaus. Doch aus Respekt gegenüber dieses historischen Moments ebbte der Beifall rasch wieder ab, sodass die Zeremonie weitergeführt werden konnte.
„Lassen Sie mich bitte meinen Stab vorstellen, der mich heute bei diesem denkwürdigen Ereignis begleitet“, intonierte Mazan Taisod, wandte sich anschließend zur Seite und deutete einer nach dem Anderen auf die sechs Begleiter, die jeder für sich eine leichte Verbeugung andeuteten, als sie aufgerufen wurden. „Mein Stellvertreter, Premazan Teldan Oris. Atras Hydarnes, der Diplomat an Bord der Barrafranca. Oberster Investigator Tren Echnan und sein Stellvertreter Semabu Cansil. Unsere Bordärztin Djawada Neith und zu guter Letzt mein Sicherheitschef Stakah Mavis.“
Niko Dumont beobachtete, wie William Hephroh jedem Einzelnen zur Begrüßung zunickte. Er fand die Haltung des Eurasischen Präsidenten bemerkenswert majestätisch und im Gedanken stellte er sich vor, Hephroh wäre eine Art König, der zu einer Audienz geladen hatte. Er fragte sich, ob es anderen Anwesenden wohl ähnlich gehen mochte.
„Verehrter Mazan Taisod, erlauben Sie mir bitte eine Frage. Ich bin glücklich und überrascht zugleich, dass Sie unsere Sprache derart gut beherrschen. Als wir die erste Mitteilung von Ihrem Schiff erhielten, war dies jedoch noch bei Weitem nicht vergleichbar. Wie haben Sie unsere Sprache so schnell lernen können?“
Mazan Taisod lächelte verschmitzt und deutete anschließend auf Alexandra Scott. „Diese Frau hat uns unermüdlich unterrichtet“, meinte er dann und bedankte sich bei ihr mit einer leichten Verbeugung. „Und glauben Sie mir, dass Sie eine unnachgiebige Lehrerin war.“
Als sie offenbar etwas sagen wollte, bemerkte Niko, wie Michael Barnetti ihre Hand festhielt und sie daraufhin lediglich Taisods Verbeugung erwiderte.
Nun waren die Ratsmitglieder an der Reihe, sich vorzustellen.
„Als Präsident Eurasiens und derzeitiger Amtsinhaber des Ratsvorsitzes der Territorialregierungen der Erde erlaube ich mir, William Hephroh, nun meinerseits die führenden Vertreter unseres Planeten vorzustellen.“ Es klang staksig und auch etwas unbeholfen, fand Niko. Er musste sich allerdings eingestehen, dass es wohl schwierig war, die richtigen Worte zu finden, wenn man zum ersten Mal, seit Menschengedenken versuchte, mit Außerirdischen auf neuen diplomatischen Pfaden zu wandeln.
William Hephroh wandte sich seinerseits den anderen Ratsmitgliedern zu. „Pucará Callao, Staatspräsidentin des Inka-Territoriums. Rashid Al Farahs, Regierungsoberhaupt von Neu-Ägypten.“ Der hagere Mann trat bestimmt einen Schritt vor, ehe er sich verbeugte. Danach schritt er wieder zurück. „Hermann Zettler. Präsident der Nordamerikanischen Union. Kazuko Yamato, Präsident der Vereinigten Asiatischen Staaten und James R. Young, der Präsident der Australischen Union. Zudem möchte ich Ihnen gerne Juan Hofer vorstellen. Den Vorsitzenden der World Space Administration und damit Vorgesetzter unserer drei Astronauten, deren Leben Sie gerettet haben.“
Hofer trat lächelnd vor und reichte Taisod die Hand. „Ich möchte mich bei Ihnen für diese große Tat bedanken.“
Taisod schien zu bemerken, dass Hofer gerade gegen die Etikette verstieß, denn Niko konnte beobachten, wie er Hephroh mit einem fragenden Blick bedachte. Als dieser jedoch seine Zustimmung signalisierte, ergriff Taisod die ausgestreckte Hand Hofers und versicherte ihm, dass er und seine Mannschaft nur ihre Pflicht gegenüber einem in Not geratenen Schiff mit Menschen an Bord erfüllt hätten.
Erneut ergriff Applaus alle Anwesenden und Niko schien es, als wäre das erste Eis durch diese Geste gebrochen worden.
Die Hände wurden gegenseitig in Freundschaft gereicht. Ihn durchfuhr ein erleichterndes Gefühl der Entspannung und er war sich sicher, dass er eben Zeuge des entscheidenden Momentes einer langen Periode des Friedens wurde.

Fragment_16

Fragment 16

Die Chance

„Don, das kann doch nicht dein Ernst sein!“, schrie Maggie aufgebracht. „Wie stellst du dir das eigentlich vor?“ Das Gesicht seiner Frau war feuerrot und sie hatte Tränen vor Wut in ihren blauen Augen.
„Maggie, bitte jetzt beruhige dich erst mal.“ Er hatte gedacht sie wäre über die Nachricht, vom Mars wegzukommen, begeistert. Seit sie vor sechs Jahren geheiratet hatten, lag sie ihm in den Ohren, dass er sich auf einen anderen Posten, weg von der Erdkolonie versetzen lassen sollte. Und jetzt, nachdem er diese einmalige Chance bekommen hatte, auf Babel seine erste Kommandostelle anzutreten, schmetterte sie ihm Vorwürfe an den Kopf.
„Mich beruhigen? Don, kannst du mir mal sagen, wie das funktionieren soll? Die haben da noch nicht einmal eine schulische Einrichtung. Da gibt es nur Bauarbeiter und vielleicht ein paar Militärangehörige. Dort willst du Liza aufwachsen lassen? Zwischen Dockarbeitern auf einer Baustelle?“, schrie sie ihn wieder an. „Soll ich den ganzen Tag in einem kleinen Kabuff sitzen und dann darauf warten, dass der Commander irgendwann nach Hause kommt und ich ihm dann das Abendessen auftischen darf?“
„Wenn du mich mal ausreden lassen würdest, könnte ich es dir sagen, verdammt!“, gab er aggressiv zurück. Er verstand ja durchaus, dass es nicht das war, was sich seine Frau vorgestellt hatte, aber es war ein Anfang. „Hör zu …“, fuhr er gemäßigter fort. „Ja, du hast recht, die Station befindet sich noch im Ausbau. Die neue Werft wird um einiges größer als die bisherige. Das dauert sicher noch etwas, aber in drei Monaten schickt die WSA schon die ersten Wissenschaftler hoch. Die bringen auch alle ihre Familien mit, immerhin ist es als 10-Jahres-Projekt angelegt. Die Schiffswerften sind Babel angegliedert. Es wird eine richtige Stadt im Weltall. Man plant eine schulische Einrichtung und genauso werden sie auch noch die Krankenstation fertigstellen. Wir bekommen hier eine ganz große Chance.“ Don drehte sich zu seiner Frau um und nahm sie bei den Schultern, bevor sie etwas erwidern konnte. „Und die WSA sucht immer noch ziviles Personal für die Station. Sie können sicher dort jemanden mit deinen Fähigkeiten gebrauchen, Liebling.“
„Mach dich nicht lächerlich, Don. Meinst du, die WSA hat nicht genug eigene Leute, die eine Quartierlogistik durchführen können? Du weißt genau, dass es so gut wie unmöglich ist, dass ich den Job bekomme. Die WSA stellt keine Marsianer ein.“ Etwas ungeschickt befreite sie sich aus Dons Griff. „Sie haben dir die Versetzung nur angeboten, weil es sonst niemand machen will. Es ist jeden Tag in den Nachrichten, dass nichts auf Babel funktioniert und alles viel mehr Geld kostet, als sie ursprünglich geplant hatten. Die wollen dich nur abschieben.“ Maggie hatte in den Kommentaren der Nachrichten gehört, dass man einen Kommandanten vom Mars einsetzen würde. Dass aber ausgerechnet ihr Mann diese Totgeburt zum Leben erwecken sollte – die dazu Unsummen verschlang, die auf dem Mars an allen Ecken und Enden fehlten – war für sie unbegreiflich.
„Das haben sie vor fünfzig Jahren auch über den Mars gesagt.“ Donald verstand seine Frau nicht. Erkannte sie nicht, welche Möglichkeiten sie mit dieser Versetzung geboten bekamen? Sie könnten endlich vom Mars weg und nach ein paar Jahren Dienst auf der Station war es sicher kein Problem, eine Stabsstelle auf der Erde zu erhalten. Es würde nur ein paar Jahre dauern. „Und außerdem habe ich mich dafür ausgesprochen, dass Charlie einen Job dort bekommt. Bitte Margret, schlaf wenigstens eine Nacht darüber.“
„Nein! Ich werde dich nicht auf diesen Schrotthaufen im Weltall begleiten und zusehen, wie unsere Tochter deswegen schlechtere Chancen im Leben erhält, als sie bereits jetzt hat.“ Maggie schnappte sich ihre Tasche. „Und schon gar nicht, wenn du diesen Junkie mit im Schlepptau hast.“ Sie schien etwas in ihrer Handtasche zu suchen und funkelte ihn erbost an.
Als Don ansetzte, Charles zu verteidigen, hob seine Frau abwehrend die Hände. „Nicht wieder die alte Leier. Ich weiß, dass er zur Zeit clean ist. Aber für wie lange? Würdest du ihm Lizas Leben anvertrauen? Denn genau das tust du, wenn du mit uns auf diese Station gehen willst.“
„Natürlich würde ich das. Sonst hätte ich ihn nie für die Stelle des Sicherheitschefs vorgeschlagen, Maggie! Er ist ein guter Mann und er macht seinen Job.“
„Ja, aber nur, wenn er keine White-Strike-Nadel im Arm stecken hat.“ Sie kannte Charlie genauso lange, wie sie ihren Mann kannte und wusste, dass Charles Germain mehr als einmal einen Entzug hinter sich gebracht hatte. Bei zweien hatte sie ihn gemeinsam mit Donald sogar unterstützt. Oft genug hatte er beteuert, dass er nie wieder Drogen anrühren würde, aber er war immer wieder rückfällig geworden. Sie glaubte einfach nicht daran, dass er es diesmal schaffen würde.
„Ich hole Liza von der Schule ab und besuche dann meine Eltern.“ Kurz bevor sie das Quartier auf dem Militärstützpunkt inmitten der Amazonis Planitia verließ, drehte sie sich noch mal um und schaute ihren Mann an. „Es liegt an dir, Don. Wenn du meinst, die Versetzung annehmen zu müssen, dann tu es. Aber Liza und ich werden dich nicht begleiten.“
„Maggie … Warte … Lass uns darüber reden …“
Doch sie verließ das gemeinsame Quartier, ohne ein weiteres Wort.

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