K85_Banner

Klappentext

2238 – Als erstes bemanntes Langstreckenschiff der Erde ist die Voyager auf einem fünfjährigen Flug nach Proxima Centauri. Beim Einschwenken in die Umlaufbahn des Planeten erwacht die Crew aus ihrem Kälteschlaf. Doch Captain Alexandra Scott, Wissenschaftsoffizier Michael Barnetti, Bordingenieur Arthur Jones und Navigatorin Leandra Thuis ahnen nicht, was sie erwartet.

Die friedliche Forschungs- und Kolonisierungsmission wird zu einem brutalen Überlebenskampf!

 

Kolonie 85: Der Aufbruch - Erschienen im Verlag In Farbe und Bunt

Erhältlich als Print- oder Ebook-Ausgabe

 

 

Leseprobe - Auszug Kapitel 2

»Ich bin immer wieder erstaunt, was dieses Schiff alles kann«, erklärte Arthur, als er seine Analyse der Bordtechnik begann. »Wer hätte sich noch vor ein paar Jahrzehnten träumen lassen, dass wir es schaffen würden, mit ein und derselben Mannschaft von unserem Sonnensystem zu einem anderen zu fliegen? Wusstet ihr eigentlich, dass die ersten Planungen für eine solche Reise das Konzept des Generationsschiffes Omega 3 beinhalteten?«
»Omega 3?«, fragte Lee und sah ihn dabei stirnrunzelnd an. »Du meinst, eine Crew fliegt los und deren Kinder kommen an?«
»Deren Enkel oder vielleicht sogar Urenkel, um genauer zu sein«, klärte er Arthur auf. »Die ersten Prognosen seinerzeit besagten, dass ein Raumschiff für die Strecke, die wir jetzt zurückgelegt haben, siebzig bis achtzig Jahre brauchen würde.«
»Wirklich so lange?«, mischte sich nun auch Mike ein, der die Computerdaten der bisherigen Reise weiter aufbereitete. »Ich weiß, wovon du redest, aber das ist ja schon zig Jahre her. Lass mich mal überlegen.«
»Es war ziemlich genau vor dreiundfünfzig Jahren, als die ersten ernsthaften Versuche gestartet wurden«, half Arthur Mike auf die Sprünge.
Nun fiel es ihm auch wieder ein. »Stimmt. Als ich Kind war, erzählte mir mein Vater davon, dass so etwas bald schon möglich sein würde. Über das Sonnensystem hinaus zu anderen Sternen reisen und das in einer Geschwindigkeit, so langsam, dass die erste Generation das Ziel der Reise nicht mehr erleben konnte, während die nächste Generation die Erde nie gesehen hatte. Er hielt das alles irgendwie immer für Science-Fiction, aber er war fasziniert davon.«

 

 

Leseprobe - Auszug Kapitel 5

»Wenn die Berechnungen stimmen, dann müsste die Planetenoberfläche in einer Minute mit dem bloßen Auge zu erkennen sein‹, dachte Arthur und blickte immer wieder aus den Fenstern der Brücke hinaus, um Proxima Centauri b erspähen zu können.
Auf einmal schien sich einer der Sterne aus dem Firmament herauszuschälen. Das musste einer der beiden Sterne von Alpha Centauri sein. Das Licht wurde heller, und wenn man genau hinsah, schien man auch einige Planeten in der Nähe des Sterns sehen zu können, kaum größer als Stecknadelköpfe. Doch das war noch nicht das Ziel. Die ›Voyager‹ steuerte daran vorbei und nahm direkten Kurs auf einen weiteren leuchtenden Punkt. Nicht ganz so hell und auch etwas kleiner. Und vor ihm war nur etwas später ein kleiner Punkt zu erkennen, der stetig näherkam und größer wurde. Proxima Centauri und der Zielplanet Proxima Centauri b.
»Arthur, siehst du das?« Das war Lee. Genau wie alle anderen wusste sie, dass Arthur von diesem Moment geträumt hatte, seit sie das Training für die Mission begonnen hatten.
»Ja, es ist einfach fantastisch«, murmelte er vor sich hin und wagte es dabei nicht, seinen Blick abzuwenden. Diesen Moment wollte er in sein Herz brennen, um den Anblick niemals zu vergessen.
»Zündung!«, brüllte Alia plötzlich im Kommandoton.

 

 

Titel

Leseprobe - Auszug Kapitel 7

»Ihr kotzt mich alle an!«, rief er auf dem Flur und trat gegen eine Wand.
Lee und Mike sahen sich fragend an. Für einen Moment fehlten ihnen die Worte. Arthurs Verhalten schockierte sie. Natürlich waren sich alle der Gefahr bewusst, aber die Fassung zu verlieren half niemandem.
All die Trainingssimulationen konnten einen nicht emotional darauf vorbereiten, mit einer solchen Situation fertigzuwerden. Sie alle spürten die Anspannung.
»Wir sollten ihn jetzt seine Arbeit machen lassen«, schlug Mike dann vor und setzte sich wieder an den Tisch. Alia schüttelte jedoch verständnislos den Kopf.
»Das kannst du nicht durchgehen lassen«, beschwerte sie sich und sah hilfesuchend zu Lee hinüber.
Diese biss sich auf die Unterlippe.
»Was soll ich denn deiner Meinung nach mit ihm machen, Alia? Vielleicht wieder in die Stasiskammer einsperren? Oder mit Beruhigungsmitteln vollpumpen?«
»Vielleicht wäre das gar keine schlechte Idee«, fauchte sie zurück. »Dann könnten wir uns wenigstens um die Sachen kümmern, die jetzt höchste Priorität haben.«
»Genau das werden wir auch tun«, erwiderte Mike aufgebracht und schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.
Lee fuhr vor Schreck hoch. »Was machen wir denn jetzt?«, fragte sie und sah erst Alia und dann Mike an.
Er atmete tief ein. »Die Situation scheint nicht gerade besonders viele Optionen für uns bereitzuhalten. Während Arthur das Schiff repariert, sollten wir überlegen, was wir unternehmen können.«