Letzte Planungen „Wir haben jetzt wirklich alles vorbereitet“, erklärte Mike, als er in das Büro von Juan Hofer trat. Der WSA Vorsitzende hatte ihn zu einem letzten Planungsgespräch für dieses Jahr gebeten, um die Konferenz mit Teilnehmern der Erdregierungen, des Mars und der Union freier Planeten im kommenden Jahr abzustimmen. „Das Kongresszentrum in Genf hat den Termin bestätigt, die Zimmerreservierungen sind getätigt und auch die Security ist im Bilde. Es kann nichts mehr schief gehen.“ Hofer drehte sich in seinem Sessel, um Mike Barnetti in die Augen zu sehen. „Das mag sein, aber wir haben jetzt erst Dezember. Bis zum März vergeht noch eine ganze Weile und ehrlich gesagt bin ich etwas nervös. Die letzten Ausschusssitzungen waren eher zermürbend. Ewig lange Debatten, bürokratische Untersuchungen und zu allem Überfluss auch noch die permanenten Auseinandersetzungen der einzelnen Regierungsvertreter.“ „Politik ist halt eben nur was für ganz Hartgesottene.“ Mike wollte einen Scherz an-bringen, musste aber schnell einsehen, dass die Bemerkung nicht gut ankam. „Ist die Teilnehmerliste auch soweit bestätigt? Haben sich noch welche nachgemeldet?“, überging Hofer Mikes Ausrutscher. „Ja, Miss Chan Bao Ming aus den Sekretariat hatte noch eine Nachmeldung: Doktor Summer von Babel. Er wird die wissenschaftliche Delegation ergänzen.“ „Sehr gut. Doktor Summer ist ein guter Mann. Sehr strukturiert und ergebnisorientiert. Ich wünschte, es wären mehr Leute wie er dabei.“ Mike wusste dazu nichts zu sagen und entschied sich dafür, lieber zu schweigen. „Das wird eine ganz schön heikle Konferenz werden, das ist ihnen doch sicher klar, Mike?“ „Ja. Alleine schon der Teil, der sich um die Konzessionen dreht. Es ist verständlich, dass die Union uns nicht nur aus Nächstenliebe unterstützt, aber das wird einigen Teilnehmern sicher sauer aufstoßen.“ „Ganz sicher, aber das soll nicht unsere Sorge sein. Wir sind nur der Veranstalter. Die meisten Themen werden in erster Linie von Politikern geführt und entschieden. Letztlich ist die WSA hauptsächlich in der Rolle des Botschafters für ein friedliches Miteinander tätig. Das bedeutet für uns, immer schön lächeln und alle dazu zu ermuntern, sich gern zu haben.“ „Das wird sicher nicht bei jedem Teilnehmer leicht“, entgegnete Mike. Hofer bestätigte. „Das ist wohl wahr. Die Eröffnung ist nochmal wann genau?“ „Um 10.00 Uhr am 12.03.2244. Der Tag des intergalaktischen Friedens.“ „Weil hoffentlich alle dieses Papier unterschreiben werden“, meinte Hofer. „Werden Sie eigentlich am Vorabend den kleinen Empfang mitmachen und direkt im Kongresszentrum übernachten?“ „Das weiß ich noch nicht genau. Wahrscheinlich ja, aber es könnte sein, dass ich mich noch auf meine Rede vorbereiten möchte. Dann würde ich doch eher in meiner Genfer Wohnung bleiben.“ Hofer sah ihn mit einem undefinierbaren Blick an. Mike meinte, dass sich die Augen des Vorsitzenden leicht verengten. „Überlegen Sie sich das gut, mein Freund. Als einer der Helden der Voyager Mission ist es wünschenswert, wenn sie unsere Gäste stets begleiten würden.“ „Ja, bestimmt. Ich nehme auch an, dass ich die ganze Zeit da sein werde. Aber man kann ja nie wissen, was in drei, fast vier Monaten passiert.“ „Da gebe ich Ihnen Recht.“ Hofer erhob sich aus seinem Sessel und reichte Mike die Hand. „So wie es aussieht, haben wir erstmal alles geplant. Dann bleibt mir jetzt nur noch, Ihnen ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen. Anfang nächsten Jahres werden wir sicher noch einiges mit der Friedenskonferenz zu tun haben.“ Mike ergriff die Hand und schüttelte sie. Als er sie wieder losließ, antwortete er: „Vielen Dank. Auch Ihnen ein frohes Fest und uns ein gute Gelingen für die Konferenz.“ „Der 12.03.2244 wird in die Geschichte eingehen.“ „Ja, ganz bestimmt. Frohes Fest!“ „Frohes Fest, nochmal.“ Damit verließ Mike das Büro und freute sich auf ein paar angenehme freie Tage. Die Zeit bis zum März würde sicher sehr schnell vergehen.