Interview – 23.02.2233

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Alexandra ScottAuszug aus der Space Science Daily – 23.02.2333 // Interview A. Scott

Captain A. Scott von der Neu-Ägyptischen Armee hat „Space Science Daily“ ein Exklusiv-Interview in unseren Räumlichkeiten in Bern, Schweiz gegeben. Wir durften ihr zu der bald startenden Mission der Voyager einige Fragen stellen.

SSD: Captain Scott, herzlich willkommen in unserem Studio und vielen Dank, dass Sie zu uns gekommen sind. Wir sprechen heute über das internationale Weltraumprojekt „Voyager“. Obwohl die Mission nach Alpha Centauri als zivile Forschungsmission deklariert ist, sind Sie als Mitglied der Neu-Ägyptischen Streitkräfte ganz klar in militärischer Funktion an Bord. Können Sie uns hierzu kurz die Hintergründe erläutern?
AS: In erster Linie zählen meine Fähigkeiten und Kenntnisse als Vorteile für die Mission. Dass ich Militärangehörige bin, ist sicherlich von Vorteil, war aber nicht ausschlaggebend für meine Benennung als Crewmitglied.

SSD: Inwieweit ist das von Vorteil? Rechnen Sie mit grünen Aliens, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen?
AS: Ein weiterer Vorteil ist, dass ich mich nicht in hanebüchenen Spekulationen verliere oder mich als drittklassige Science-Fiction-Autorin versuche.
Alles andere Ihre Frage betreffend, wurde bereits ausführlich in der Presseinformationsmappe der World Space Administration mitgeteilt. Ich empfehle, diese genau zu studieren.

SSD: Das ist ein gutes Stichwort. In der Presseinformationsmappe wird in einer kurzen Passage darüber berichtet, dass das Kommando über die Voyager vornehmlich dem zivilen Commander Barnetti unterstellt ist, bei militärischen Entscheidungen Sie jedoch die Führung übernehmen. Lassen wir also Spekulationen und Science-Fiction beiseite. Welche militärischen Entscheidungen könnten denn während dieser Mission getroffen werden?
AS: Michael Barnetti wird stets der Missionskommandant sein. Es steht mir zu, bei Entscheidungen ein Veto einzulegen, für den Fall, dass es die Situation erforderlich macht. Sollten jedoch seine körperlichen oder geistigen Fähigkeiten aufgrund von nicht näher erläuterbaren Umständen beeinträchtigt sein, ist es meine Aufgabe die Fortführung der Mission sicherzustellen. Bereits bei extremen Stresssituationen, welche Crew und Schiff bedrohen, kann die geistige Leistungsfähigkeit abnehmen.

SSD: Nicht näher erläuterbaren Umständen? Ich meine, da aus Ihrem Ton einen unterschwelligen Vorwurf zu hören. Ist es für Sie schwierig, einem Zivilisten unterstellt zu sein?
AS: Die World Space Administration ist eine rein zivile Behörde und entsprechend strukturiert. Durch meine Teilnahme an dem Programm werde ich als Militärangehörige in diese gegebenen Strukturen integriert, bis die Mission abgeschlossen ist.

SSD: Gut, wechseln wir das Thema. Wir haben uns ein wenig über Sie informiert und festgestellt, dass die Zugehörigkeit zum Militär fast schon so etwas wie eine Tradition in Ihrer Familie ist. Wird Ihre Familie stolz auf Sie sein, dass sie die erste Scott sind, die einen fremden Planeten erobern wird?
AS: Ich beantworte keinen persönlichen Fragen.

SSD: Ähm … aber bitte, das Publikum ist sicher interessiert daran. Wer steckt hinter der toughen Soldatin. Glauben Sie nicht, dass Sie uns zumindest einen kleinen Einblick gewähren können? Wenn nicht über Ihre Familie, dann vielleicht etwas aus Ihrer Vergangenheit. Hätten Sie sich das als Kind vorstellen können, dass Sie einmal eine solche Mission mitmachen würden?
AS: In der Zukunftsplanung als Heranwachsende war eine solche Mission nicht vorgesehen.

SSD: Na schön. Betrachten wir ein anderes Thema. Laut Ihrem Dossier sind Sie ja vielseitig geschult. Was denken Sie, wird von ihren Fähigkeiten den meisten Nutzen während dieser Mission haben?
AS:  Neben meiner linguistischen Ausbildung halte ich es für relevant, auf dem aktuellen Stand der Informationstechnologie zu sein. Der ACET, die Schiffssteuerung als auch das Kommunikationssystem funktionieren ohne eine exzellente Datenverarbeitung nicht. Daher ist eine ebenso exzellente Wartung genauso wichtig.

SSD:  Ist dafür nicht eher der Bordingenieur zuständig?
AS:  Nein. Der Ingenieur wird sich um die Instandhaltung der Hardware kümmern, ggf. auch mit schwerem Gerät Reparaturen am Schiff vornehmen, wenn nötig. Ich hingegen pflege die Software, schreibe bei Bedarf Programmzusätze und werte zudem die Aufzeichnungen der Reise und aus den Experimenten aus.

SSD:  Und ihre linguistische Ausbildung?
AS: Diese war bereits während des Vorbereitungstrainings von großem Nutzen. An dem Projekt sind Menschen aus 34 verschiedenen Ländern beteiligt, von denen etwa 35% nicht in der Lage sind, eine der drei großen internationalen Sprachen fehlerfrei zu sprechen.
Dadurch gestalten sich Abläufe bestenfalls als schwierig. Weiterhin sieht man meine Fähigkeiten durchaus nützlich an, sollte man im Nachbar-Sonnensystem Spuren von außerirdischer Intelligenz finden. Kommunikation kann ein entscheidender Faktor sein und die WSA möchte auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Selbst wenn diese unter 0,01% liegen.

SD: Vielen Dank für Ihre wertvolle Zeit. Lassen Sie mich zum Abschluss nur noch eine Frage stellen, die hier ganz gut zum letzten Thema passt. Glauben Sie, dass Sie auf fremdes Leben treffen werden?
AS: Dass die Mission auf fremdes Leben trifft, ist möglich. Jedoch wird sich dies im mikroskopischen Bereich abspielen. Ein Aufeinandertreffen mit ansatzweise humanoidem Leben halte ich für ausgeschlossen.

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